Georg Glasl   Zither

Projekte

Der Engel an meiner Tafel
Ein vom Zitherspieler Georg Glasl konzipierter und von Andreas Staudinger inszenierter musikalischer Weg durch Refektorium, Sakristei und Chorgestühl im Stift Sankt Lambrecht. Das Publikum wandert durch drei barocke Stuben, deren Funktion durch die Musik von Bernhard Lang (* 1957), Marcel Zaes (*1984) und John Dowland (1563 - 1626) neu aufgeladen wird.
Mitwirkende: Martina Koppelstetter, Gesang, Performance
Georg Glasl, Zither
Andreas Staudinger, Inszenierung
Youtube-Video

Zither am Berg
Samstag, 19. September 2015
Wendelstein
Konzerte und Klanginstallationen

Zither 10: Gegen den Strom
20 Jahre Zitherfestival München: Rückblick und Ausblick
Konzerte – Workshop - Wettbewerb
Freitag, 27. bis Sonntag, 29. März 2015
Hochschule für Musik und Theater München, Gasteig
Kleiner Konzertsaal, Black Box, Foyers

Zither am Berg
27. bis 29.September2013
Bad Aibling, Berbling, Maxlrain, Wendelstein
50 Jahre Deutscher Zithermusik-Bund
Konzerte - Klanginstallationen – Workshops - Ausstellung

mond süchtig
Chinesisch-bayerischer Dialog zwischen Xu Fengxia (Guzheng) und Georg Glasl (Zither) mit traditioneller und improvisierter Musik sowie Dialoghi d'amore X von Nikolaus Brass

Der Zitherspieler
Textfassung: Sabine Reithmaier
Komposition: Peter Kiesewetter/Georg Glasl
Realisation: Georg Glasl / Arash Safaian / Cornel Franz
Bayern 2 Ursendung 10./11. Juni 2012

Zither 9
Konzerte - Workshop - Wettbewerb
Freitag, 30. März bis Samstag, 1.April 2012
Hochschule für Musik und Theater, Gasteig, Kleiner Konzertsaal, Black Box, Foyer Carl-Orff-Saal und Deutsches Museum, Instrumentensammlung
5. Internationaler Wettbewerb für Zither
17./ 18. März 2012 im Gasteig
Ernst Volkmann-Preis: 17. März 2012
Nachwuchsförderpreis: I und II 18. März 2012

Alpen glühen
Match, Maiandacht und magische Gesänge
Text: Thomas Bernhard aus Der deutsche Mittagstisch. Dramolette
Musik: Bernhard Lang, Helga Pogatschar, Jan Müller Wieland
Idee und Zither: Georg Glasl
Stimme: Salome Kammer
Schauspieler: Gabi Geist, Anna Riedl, Anne Schäfer, Burchard Dabinnus
Szenische Einrichtung: Cornel Franz
Dramaturgie: Georg Holzer

3Gesang - schneewärts
Konzert für zwei Stimmen und eine Zither
Ruth Geiersberger, Stimme, Spiel
Martina Koppelstetter, Gesang
Georg Glasl, Zither

Die Hin- und Herrichtung des Andreas Hofer
Ein Sprach- und Musikspektakel zum Jubeljahr
mit Georg Kaser und Georg Glasl
Lesung und Spiel: Georg Kaser
Musik: Georg Glasl, Zither, große Trommel, Waschzuber
Regie: Roland Selva

Zither 8
Konzerte, Workshop, Ausstellungen
Freitag, 26. bis Sonntag, 28. März 2010
Hochschule für Musik und Theater, Gasteig, Kleiner Konzertsaal, Black Box, Foyer Carl-Orff-Saal, Deutsches Museum, Instrumentensammlung
4. Internationaler Wettbewerb für Zither
Ernst Volkmann-Preis 19./20. März 2010
Nachwuchsförderpreis 21. März 2010

Marienleich. Visioni - Miracoli
Georg Glasl, Konzept, Zither
Peter Kiesewetter, Komposition
Zoro Babel, Elektronik, Klangraum
Ruth Geiersberger, Stimme, Spiel
Sabine Lutzenberger, Gesang
Christoph Reiserer, Saxophon
Edith Salmen, Schlagzeug

Maut ist geil... und es kommt ja aus Salzburg.
Eine musikalische Juke-Box-Installation
Idee und Konzept: Cornel Franz und Georg Glasl

 

 

Alpen glühen

Match, Maiandacht und magische Gesänge

Text
Thomas Bernhard
Maiandacht
Match

aus: Der deutsche Mittagstisch. Dramolette

Musik
Bernhard Lang
DW15 Differenz/Wiederholung für Stimme, Zither und Zuspielung
Helga Pogatschar
Alpenglühn UA für Zither, Stimme und Zuspielung
Jan Müller Wieland
Alpenszene, Vier alte Frauen UA für weibliche Stimme und Zither

„Alpen glühen“ ist ein Sprach-Musikspektakel, das in der bayerischen Provinz angesiedelt ist. Die Dialoge - ob sprachlich oder musikalisch - kreisen um Alltäglichkeiten. Doch minimale Verschiebungen und hartnäckige Wiederholungen vermeintlicher Wahrheiten lassen die Unterhaltungen allmählich entgleisen. Abgründe tun sich auf… und ein unsichtbarer Dirigent treibt Text und Musik an.

Idee und Zither: Georg Glasl
Stimme: Salome Kammer
Schauspieler: Gabi Geist, Anna Riedl, Anne Schäfer, Burchard Dabinnus
Szenische Einrichtung: Cornel Franz
Text- und Musikeinrichtung: Cornel Franz und Georg Glasl
Dramaturgie: Georg Holzer

Vorstellungen am 25., 26. und 28. 11. 2010, jeweils 20 Uhr im Marstall München


3GESANG -
sehnsuchtsvoll in den Rausch

Konzert für zwei Stimmen und eine Zither

Stimme & Spiel: Ruth Geiersberger
Gesang: Martina Koppelstetter
Zither: Georg Glasl

Dreigesang

Die Performerin Ruth Geiersberger und die Sängerin Martina Koppelstetter treffen sich mit dem Zitherspieler Georg Glasl zu einem bayerischen Dreigesang. Die alten Lieder mit all ihrer Sehnsucht und frechen Lebensweisheit bilden den Ausgangspunkt und die gemeinsame Kommunikationsebene. Von dieser Basis aus experimentiert das Trio mit den Ausdrucksmitteln der neuen Musik und den Texten verschiedener Autoren. Im Hinterfragen, Verdrehen und Verwirren gelingt es, die Gesänge in andere Zusammenhänge zu stellen. Das ermöglicht ein Innehalten, ein genaues Zuhören und möglicherweise eine Verschiebung des Blickwinkels, eine Veränderung von Sichtweisen.

Das Projekt „Dreigesang“ versteht sich als fortlaufende, künstlerische Auseinandersetzung mit volksmusikalischen Traditionen, deren Einfluss Kindheit und Jugend der drei Protagonisten prägte, aber auch mit Neuer Musik und Performance, die die Gegenwart und den beruflichen Alltag des Trios ausmachen. Dreigesang I, initiiert anlässlich der BUGA München, erweckte bei Martina Koppelstetter, Ruth Geiersberger und Georg Glasl den Wunsch, sich tiefer auf die Thematik einzulassen und den Umgang mit Volksmusik genauer zu hinterfragen. Daraus entstand „Dreigesang II - sehnsuchtsvoll bei einbrechender Nacht“, eine Auseinandersetzung nicht nur mit Dreigesängen und Neuer Musik (Komponist Bernhard Lang) und Dreisang III - kimmt sche hoamli die Nacht“ (Komponisten Bernhard Lang und Annette Schlünz), sondern auch mit der Suche nach jener Sehnsucht, die den Menschen treibt, die Welt begreifen und dann auch nicht mehr begreifen zu wollen. In Dreigesang IV - Pirsch setzte sich das Trio gemeinsam mit dem österreichischen Komponisten Herbert Lauermann mit den Gepflogenheiten der Jagd auseinander. Dreigesang V -schneewärts beschäftigt sich mit der Suche des Menschen nach dem goldenen Schlüssel und der zeitlosen Hoffnung auf Glück (Komponisten Sandeep Bhagwati, Michael E. Bauer, Fredrik Schwenk)

Uraufführung Dreigesang I
4. August 2005 Bundesgartenschau München

Uraufführung Dreigesang II - sehnsuchtsvoll bei einbrechender Nacht
23. April 2006 Festival Zither 6, Gasteig München
Musik: Bernhard Lang, Lautenlieder von John Dowland, traditionelle Volksmusik Texte: Thomas Bernhard, Roider Jackl, Ludwig Thoma und Ruth Geiersberger

Uraufführung Dreigesang III - kimmt sche hoamli die Nacht
27. Januar 2007, Barocksaal Kloster Benediktbeuern
Musik: Bernhard Lang, Annette Schlünz, Lautenlieder von John Dowland, traditionelle Volksmusik
Texte: siehe oben

Uraufführung Dreigesang IV - Pirsch
13./14 Juni 2008 Das andere Heimatmuseum, Schloss Lind, Marein, Österreich; Musik: Herbert Lauermann, La Caccia-Lieder des 14. Jahrhunderts, traditionelle Volksmusik

Uraufführung Dreigesang V - schneewärts
25. Oktober 2009, Schwere Reiter, München
Musik: Sandeep Bhagwati, Michael E. Bauer, Piero da Firenze (1310 - 1350), Fredrik Schwenk, traditionelle Volksmusik
Texte: Johannes Muggenthaler, Ilse Aichinger, Gebrüder Grimm, Maria Lassnig, Ernst Herbeck und Ludwig Wiedemann

Uraufführung 3Gesang VI - sehnsuchtsvoll in den Rausch
7. April 2011, Theater im Fraunhofer, München

Protagonisten

Martina Koppelstetter
Martina Koppelstetter hat nach ihrer Gesangsausbildung an verschiedenen Opernhäusern und als Oratoriensängerin, u.a. mit Enoch zu Gutenberg, Helmut Rilling und Armin Jordan gearbeitet. Ihr Interesse an zeitgenössischer Musik führte wiederholt zu Engagements bei der Biennale für modernes Musiktheater oder den Konzerten der "musica viva". In den vergangenen Jahren war Martina Koppelstetter zu Gast u.a. am Stadttheater Klagenfurt, dem Landestheater Tirol, Innsbruck, und dem Theater am Gärtnerplatz, München.

Ruth Geiersberger
Ruth Geiersberger, Performerin, Schauspielerin und Sprecherin, absolvierte in Paris und München ihre Ausbildung in Körperarbeit, Tanz, Gesang und Schauspiel, bevor sie eigene Projekte realisierte. Für ihre Arbeiten, die sie „Verrichtungen“ nennt, geht sie als „Feldforscherin“ auf die Erkundung des städtischen Außenraums, um die momentanen Notwendigkeiten zu finden. Auf der Suche nach der „Heimat“ begibt sich die Künstlerin an ungewöhnliche Orte, die sich in einem sogenannten Wartezustand befinden: am Bahnhof, auf Baustellen, in Kirchen oder im Zoo. Im Bereich der zeitgenössischen E-Musik arbeitet sie u.a. mit Peider A. Defilla („Donaumusik“ - Donaueschinger Musiktage 2001), Norbert Walter Peters, Veronika Riz (Festival für zeitgenössische Musik Bozen), Alexander Strauch (Adevantgarde München) und 48 nord.

Georg Glasl
Georg Glasl, Zitherspieler, versucht seit Jahren traditionelle Musik neu auszuleuchten.1996 begründete er die Konzertreihe „Landschaften“, in der authentische überlieferte Volksmusik gleichberechtigt neben Neuer Musik steht, und initiierte damit einen Dialog zwischen Volksmusikern, klassisch ausgebildeten Musikern und Komponisten, der bis heute andauert. Seine Konzerte und Tourneen führten ihn durch Europa, Japan, USA, Afrika und Zentralasien.

Komponisten

Bernhard Lang
Bernhard Lang, geboren 1957 in Linz, Schulbesuch und Musikstudium am Brucknerkonservatorium, Linz. Ab 1975 Studium in Graz:Philosophie und Germanistik, Jazztheorie, Klavier, Harmonielehre und Komposition. 1977-1981 Arbeit mit diversen Jazzgruppen als Komponist, Arrangeur und Pianist. Auseinandersetzung mit Elektronischer Musik und Computertechnologie, am IEM Graz. Entwicklung der Software CADMUS in C++ (Entwicklungsumgebung für Computergestützte Komposition. Ab 2003 a.o.Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz. Juli 2004 bis März 2005 Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Teilnahme am Steirischen Herbst 1984, 1988, 1991, 1995,1999 und 2003 ('Das Theater der Wiederholungen', Musiktheater, U.A. Graz 4. Okt. 2003, Moskau Alternativa Festival, Moskau Modern, 'resistance fluctuations' Los Angeles 1998, Tage Absoluter Musik Allentsteig I und II, Klangarten , Herbstfestival 98 Lissabon, Wien Modern, Münchner Opernfestspiele, Darmstädter Ferienkurse, Donaueschinger Musiktage, Salzburger Festspiele.

Herbert Lauermann
wurde 1955 in Wien geboren. Nach ersten privaten Tonsatzstudien bei Ernst Vogel studierte er von 1975 an Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien bei Erich Urbanner. Seit 1994 ist Lauermann selbst als Lehrer an diesem Institut tätig. Als Komponist erhielt er zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Publicity-Preis der Austro Mechana und den MECENAS-Preis für KAR Raum-Musik-Theater sowie den Preis der Stadt Wien und den Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Musik. Sein Werkverzeichnis umfasst Kammermusik verschiedener Besetzungen, Chor- und Orchesterwerke. Internationale Anerkennung brachten dem Komponisten vor allem seine Werke für das Musiktheater (u.a. „Simon“ für den Carinthischen Sommer, „Das Ehepaar“ für den WDR Köln und „Die Befreiung“ für das Ulmer Theater).

Annette Schlünz
Annette Schlünz ist eine der profiliertesten Komponistinnen der jüngeren Generation. Geboren 1964 in Dessau, gehört sie zu den ersten Absolventen der 1976 von Hans Jürgen Wenzel gegründeten Kinderkomponistenklasse Halle-Dresden. An diesen einzigartigen Ausbildungsgang schloss sich ein Kompositionsstudium an der Musikhochschule Dresden bei Udo Zimmermann und an der Akademie der Künste Berlin bei Paul-Heinz Dittrich an. Nach eigener Lehrtätigkeit an der Dresdner Musikhochschule und intensiver Mitarbeit im Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik lebt und arbeitet Annette Schlünz heute als freie Komponistin in Straßburg. Kompositionsaufträge erhielt sie u. a. für den SWF Reihe "Ars nova", für Musica Viva München, das Konservatorium Abbeville oder das Festivalensemble Heidelberg sowie den Deutschen Musikrat.


Die Hin- und Herrichtung des Andreas Hofer

Ein Sprach- und Musikspektakel zum Jubeljahr
mit Georg Kaser und Georg Glasl

Lesung und Spiel: Georg Kaser
Musik: Georg Glasl, Zither, große Trommel, Waschzuber
Regie: Roland Selva

hofer

Zwischen Zweifel und Verzweiflung: der Volksheld Andreas Hofer
War er ein Freiheitskämpfer, ein religiöser Fanatiker oder ein obrigkeitshöriger Kaisertreuer? Ein Zweifler oder eher ein Verzweifelter? Ein rhetorisch gewandter Rebell, ein feiger Feldherr, ein engstirniger Viehhändler? Die Geschichte des Tiroler Volkshelden kann auf vielfältige Weise erzählt werden. In der „Hin- und Herrichtung des Andreas Hofer“ spüren Georg Kaser (Lesung und Spiel) und Georg Glasl (Zither) sowohl der historischen Person des Passeirer Sandwirts als auch seiner Legende nach, die ihn zum unsterblichen Helden erhob. Das Wechselspiel zwischen Text und Musik differenziert und kontrastiert die verschiedenen Farben und Seiten der Hoferschen Persönlichkeit, überlässt es aber dem Zuschauer, sich eine eigene Meinung über den Mythos Hofer zu bilden.

Zu Wort kommen

Hofers Zeitgenossen
Josef Daney, Priester und Kampfgenosse Hofers, Josef Freiherr von Hormayr, kaiserlicher Intendant und Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs in Wien, der Student Anton Knoflach, der bayerische Hauptmann Karl von Baur, die bayerische Polizei, Dr. Anton Gasteiger, Hauptmann der Villanderer Schützenkompanie, Major Jakob Sieberer und Maximilian Joseph, König von Bayern.

die Dichter
H.C. Artmann, Johann Peter Hebel, Heinrich Heine, Georg Kaser, Norbert C. Kaser, Karl Theodor Körner, Georg Paulmichel, Werner Pirchner, Joseph Zoderer

und Andreas Hofer in Briefen, Proklamationen und Laufzetteln

Zu Gehör kommt

die Andreas-Hofer-Musikbox

zusammengestellt von Georg Glasl
mit Landlern von Franz Schubert, Zwiefachen, Boarischen, sweet aires von John Dowland, eigene Sounds sowie Motive aus Leopold Hurts „Logbuch für Zither“.

Laufzettel und Verordnungen: Zur Textauswahl
„Die Hin- und Herrichtung des Andreas Hofers“ stützt sich überwiegend auf originale Briefe, Laufzettel und Verordnungen des Tiroler Oberkommandanten. Dazu gesellen sich Äußerungen seiner Kampfgenossen und Gegner, die in den meisten Fällen kein allzu positives Bild des späteren Volkshelden zeichnen. Erst nach der Hinrichtung des Andreas Hofer erfolgt im 19. und 20. Jahrhundert die Herrichtung zum Symbol des Tiroler Freiheitskampfes, eine Entwicklung, die Dichter und Schriftsteller teils begeistert, teils kritisch beobachteten. Ihre Texte verdeutlichen, dass nicht die historische Person das Land seit 200 Jahren begleitet, sondern die Geschichten, Mythen und Interpretationen, die sich um Andreas Hofer ranken und die je nach den Bedürfnissen einer Gesellschaft und ihrer Politik verändert, angepasst und missbraucht werden.
Andreas Hofer wird zitiert nach Andreas Oberhofer, Weltbild eines Helden. Andreas Hofers schriftliche Hinterlassenschaft. Innsbruck 2006

Unerhörte Klänge: Zur Musik
Die Zither gilt vielen noch heute als das Instrument der Alpen, Sinnbild der Sehnsucht nach einer heilen, heiteren Welt und einer Musik, die fernab der lauten Wirklichkeit überwiegend auf der Alm, im Wirtshaus oder in der häuslichen Stube gespielt wird. Mit diesem Klischee räumt die Musik der Andreas-Hofer-Produktion auf. In der Zither Georg Glasls stecken unerhörte Klänge und Farben, einerseits betörend schön, andrerseits verstörend hart und widerspenstig, keine Bühnenmusik im klassischen Sinn, die sich dem Text unterordnet. Die Musik lässt sich auf das gesprochene Wort ein, spinnt es weiter, vertieft, distanziert, relativiert, differenziert, bricht die Sichtweisen der szenischen Lesung.
Die Musik changiert zwischen traditioneller alpenländischer Musik, aufgezeichnet in Handschriften Anfang des 19. Jahrhunderts, Transkriptionen Alter Musik und pulsierenden Rhythmen unserer Zeit. Die Zither wird nicht nur gezupft, sie wird geschlagen und gestrichen, mit Bottleneck und E-bow bearbeitet.


Babel, Geiersberger, Glasl, Kiesewetter

Marienleich

Visioni - Miracoli

Marienleich

Der Domplatz in München. Eine Frau singt. „Ich got, sie got, er got, daz ich vor nieman spar“. Zither, Saxophon und Schlagzeug begleiten die Stimme. Die elektronisch gespiegelten Klänge, die auch nach dem Gesang über dem Platz schweben, schaffen einen irritierend intensiven Raum abseits des Alltaglärms der Stadt. Heinrich von Meißens Maria ist eine ungewohnt selbstbewusste, sinnliche Mutter Christi, die Gott - bei aller Keuschheit - leidenschaftlich und hingegeben liebt. Bis an die Grenzen des theologisch Zulässigen treibt der spätmittelalterliche Meistersänger (1250 bis 1318) die Frauengestalt, der er in seinem „Marienleich“ huldigt. Die Aktionen orientieren sich am Rhythmus des klösterlichen Stundengebets, erstrecken sich über einen ganzen Tag und laden die Passanten, von Ruth Geiersberger animiert, zum Verweilen und Innehalten ein. Ein spiritueller Akzent in einem von Geschäften und Geschäftigkeiten geprägten öffentlichen Raum.

Georg Glasl, Konzept, Zither
Peter Kiesewetter, Komposition
Zoro Babel, Elektronik, Klangraum
Ruth Geiersberger, Stimme, Spiel
Sabine Lutzenberger, Gesang
Christoph Reiserer, Saxophon
Edith Salmen, Schlagzeug

Uraufführung 5. Oktober 2006, Ortstermin 6 bis 22 Uhr
Frauenplatz vor dem Münchner Dom

Abfolge
6  Uhr  ich bin ez die groze von der kür
8  Uhr  der smid von oberlande
9  Uhr  ein bernde meit
12 Uhr  nu lougen nicht
15 Uhr  sit irz die meit
18 Uhr  wie di döne löne schöne
19 Uhr  ob ich die warheit lerne
21 Uhr  ei, welch ein lebendez minne wort

Der Dichter Heinrich von Meißen
Der um 1250 in Meißen geborene Heinrich war bürgerlicher Herkunft und bereiste als fahrender Lied- und Spruchdichter die Fürstenhöfe. 1278 hielt er sich am Hof Rudolfs von Habsburg auf und war im selben Jahr Zeuge der Schlacht auf dem Marchfeld. Auch Aufenthalte bei Wenzel II. von Böhmen und Waldemar von Brandenburg sind nachgewiesen. Heinrich von Meißen knüpfte an die staufische Klassik an, die er mit Bilderreichtum und einem manierierten Stil zu übertreffen suchte. In seinen Sprüchen gestaltete er weltliche und geistliche Themen und führte in der Vermischung von Lied und Spruch zum Meistersang hin, stand jedoch als Hofdichter dieser Kunstauffassung fern, obwohl die Meistersinger ihn als ihr Vorbild und als Begründer ihrer Kunst ansahen. Meißen war sowohl als gebildeter Dichter als auch als Musiker sehr begabt. Er schrieb wenigstens 450 Sprüche in 15 Tönen, deren Authentizität allerdings nicht in allen Fällen feststeht. Sein Stil zeichnet sich durch blumige Rhetorik, Bildfülle, syntaktische Extravaganz und einen erstaunlichen Wortschatz aus. Durch einen Verswettkampf mit dem Fahrenden Bartel Regenbogen, in dem es um die Bezeichnungen vrouwe (Frau) oder wîp (Weib) ging, erhielt er seinen Beinamen "Frauenlob". Höhepunkt seines Schaffens sind die drei überlieferten, strophisch durchkomponierten Leiche: Marienleich, Kreuzleich, Minneleich. Seit 1312 lebte er in Mainz, wo er am 29. November 1318 an einer Vergiftung starb.

In den ersten acht Strophen des Marienleichs inszeniert sich der Sänger als Visionär in der Nachfolge des Johannes auf Patmos (Apokalypse). In den folgenden Versikeln spricht Maria selbst und macht dabei zahlreiche Anleihen an das alttestamentliche Hohelied, sie verwendet dessen bis an die Grenze des Frivolen getriebene Sprache. Die Annäherungen Marias an die trinitarische Gottheit fallen gewagt aus. Maria trägt Gott, der die Welt erschaffen hat und diese folglich umfasst, in ihrem Leib. Die göttliche Schöpfung wird im Zuge des Inkarnationsgeschehens (das nach der Lehre der katholischen Kirche die Befreiung/Erlösung vom Sündenfall bringt) regelrecht verweiblicht

Der Komponist Peter Kiesewetter
Peter Kiesewetter wurde 1954 in Marktheidenfeld (Unterfranken) geboren. Er studierte Komposition bei Günter Bialas an der Musikhochschule München. Neben langjähriger Lehrtätigkeit als Hochschuldozent und Professor hat er Werke der meisten musikalischen Gattungen geschaffen und zahlreiche analytische und musikkritische Texte veröffentlicht. Besonders bekannt wurde der von Gidon Kremer uraufgeführte, von Yehudi Menuhin nachgespielte „Tango pathétique“ nach Tschaikowksy. Im Herbst 1992 Beginn einer schweren Erkrankung und Rückzug von jeglicher Lehrtätigkeit. Wichtige Stationen für den Komponisten Peter Kiesewetter waren für ihn einerseits die jeweils halbjährigen Studienaufenthalte 1983 und 1984/85 in der Villa Massimo in Rom und andrerseits 1991 das Erlebnis Wüste in Israel. Nach der Uraufführung seiner Zweiten Symphonie in Tel Aviv mit dem Kibbutz Chamber Orchestra unter Lior Shambadal und einer darauf folgenden Konzertreise durch Israel und Deutschland entstanden weitere überdimensionale Stücke, wie Jeshimon (Wüste) für Zither solo und Bereshit (Im Anfang - nach Worten des Buches Genesis), 162 Minuten für Sopran, Zither, Schlagzeug und Zuspielungen vom Tonträger. Konstitutive Bedeutung erhält in den Kompositionen von op. 61 an die Zither. In enger Zusammenarbeit mit Georg Glasl entstehen bis zum heutigen Tag diverse Solo- und Ensemblestücke sowie der Werkkomplex Gil (hebr. Freude). Ein weiterer Schwerpunkt Peter Kiesewetters ist die Vokalmusik. Er hat zahlreiche Werke für Ensemble a cappella und mit instrumentaler Begleitung geschrieben. Seine besondere Liebe aber gilt den vokalen Großformen, Kantate und Oratorium. Kiesewetter erhielt diverse Auszeichnungen und Preise, zuletzt 2003 den Gerda und Günter-Bialas-Preis.

Die Interludien: Zoro Babel
Zoro Babel nahm in den achziger Jahren an den Summer Sessions des Creative Music Studio in Woodstock teil und arbeitete mit Markus und Simon Stockhausen, Dieter Schnebel und seit 1991 mit Josef Anton Riedl. Neben Mitarbeit an Inszenierungen von Achim Freyer und Alexeij Sagerer entstanden seit 1994 eigene Kompositionen für musica viva München, die Donaueschinger Musiktage, Visible Music, Ultraschall-Festival Berlin mit Edgar Guggeis sowie für Ausstellungen, Performances, Film und Hörfunk. 1997 erhielt er das Musikstipendium und 2001 den Musikförderpeis der Stadt München. In den sieben Zwischenspielen überlagern sich geistige und weltliche Klangebenen. Ein Remix aus Klängen der acht Kompositionen Peter Kiesewetters und live aufgenommenen Alltagsgeräuschen der Umgebung, die sich gesampelt und in Loops über die verschiedenen Stationen des Tages erstrecken.


Maut ist geil... und es kommt ja aus Salzburg.

Eine musikalische Juke-Box-Installation,

die dem größten Sohn der Metropole an der Salzach gewidmet ist. Georg Glasl nahm die Uridee einer Mozart-Juke-Box begierig auf und verwandelt das Foyer in ein Boxensammelsurium mit Stub'nmusik, Rockband, Akkordeonisten, Bläsern und Felltrommler, die nach Eingang eines geringen Obulus Kompositionen Mozarts in der Besetzung freier Wahl spielen. Ob der “Türkische Marsch” mit Zither, Hackbrett und Harfe oder in der Interpretation der Rockband erklingen soll - Sie, geehrter Besucher, können entscheiden.

Pia Grandl, Zither
Veronika Rengstl, Harfe
Brigitte Wallner, Hackbrett
Vladislav Cojocaru, Akkordeon
Simone Lautenschlager, Klarinette
Matthias Mercineri, kleine und große Trommel
Niki Walde, Fagott und Stimme
Tobias Weber, E-guitar
Rene Haderer, E-bass
Axel Koch, Drums
Billetverkäufer: Stephanie Quitterer
Boxenadministrator: Lena Kupatz

Musik von György Ligeti, Mitch Markovich, Wolfgang Amadeus Mozart
Arrangements: Roger Janotta (Trickbag), Karl-Heinz Schickhaus (Ländlerische Tänze), Georg Glasl (Alla Turca, Serenade)
Elektronik und Klangregie: Christoph Reiserer
Videos: Andreas Merz
Idee und Konzept: Cornel Franz und Georg Glasl


Georg Glasl / Sabine Reithmaier

Der Zitherspieler

Komposition: Peter Kiesewetter/Georg Glasl
Realisation: Georg Glasl / Arash Safaian / Cornel Franz
Bayern 2 Ursendung 10./11. Juni 2012

Georg Elser versuchte am 8. November 1939, Hitler, Göring und Goebbels zu töten. Das Attentat scheitert knapp, da die nationalsozialistische Führungsmannschaft den Münchner Bürgerbräukeller völlig unerwartet kurz vor der Explosion der Bombe verlässt. Elser wird auf der Flucht festgenommen und am 9. April 1945 im KZ Dachau mit einem Genickschuss ermordet. Seine Familie erfährt nichts, erst 1950 wird er für tot erklärt.
Elsers mutige Tat wurde erst verurteilt, dann jahrelang nicht verhandelt; sie wurde geleugnet, uminterpretiert und erst spät anerkannt. Da er sich weder in Briefen oder Tagebüchern zu seiner Tat geäußert hat, stützt sich das kollektive Gedächtnis auf nachträgliche Erinnerungen von Zeitzeugen, die erst Jahrzehnte später befragt wurden, und auf die Verhörprotokolle der Gestapo: Quellen, die zwar vorgeben, das zu berichten, was gewesen ist, die aber wenig Rückschlüsse auf die historische Figur zulassen und möglicherweise Verfälschungen enthalten.
Wie im Leben bleibt Georg Elser im Hörspiel sprachlos. Seine Stimme übernimmt die Zither, jenes Instrument, das er von 1926 an bis zu seinem Tod spielte. Der Figur Elser ist eine durchlaufende Musik zugeordnet, die auf der Komposition Jeshimon von Peter Kiesewetter beruht. Die Musik ist archaisch karg, die Entwicklung des Materials beschränkt sich auf das Notwendige. Im Gegensatz zu den eingesprochenen Erinnerungsfragmenten, die mehr über die jeweilige Figur als über Elser preisgeben, schreitet sie hartnäckig und unbeirrbar fort, nähert sich wortlos der Haltung des Attentäters an. Unerhörte Klänge und Geräusche, subtile Pulsänderungen und mikrotonale Übergänge entfalten ein vielschichtiges Geflecht zwischen den Textfetzen. Alle Klänge werden rein akustisch erzeugt, die Zither, Elsers Stimme, wird ausgehorcht, verhört.
Die Textfassung stützt sich auf Aussagen von Zeitzeugen. Zu Wort kommen unter anderen die Kellnerin Maria Strobl, die am 9. November im Bürgerbräukeller servierte, Ermittler, die Elser verhörten, Beamte, die über Entschädigungen für die Familie entschieden, oder die Mutter Elsers, die sich bis zu ihrem Tod 1960 gegen die Darstellung des Theologen Martin Niemöllers wehrt, ihr Sohn sei nur ein Werkzeug der Nazis gewesen. Widersprüche in den Darstellungen bleiben bestehen, die Ereignisse wurden unterschiedlich wahrgenommen und bewertet.

Sprecher: Rainer Bock
Zither: Georg Glasl


mond süchtig

Chinesisch-bayerischer Dialog zwischen Xu Fengxia (Guzheng) und Georg Glasl (Zither) mit traditioneller und improvisierter Musik sowie Dialoghi d'amore X von Nikolaus Brass

Musik als Antwort - als Laut, Echo und Ruf -, als vieldimensionale Resonanz auf das Gegenübersein der Welt, des anderen: es ist dieses Bild der Klangrede, das den Gedanken- und Gefühlsraum meines Komponierens immer wieder anregt. Seit einiger Zeit bildet sich ein offener Zyklus von Stücken - meist auch auf Anregung befreundeter Musiker - den ich „Dialoghi d'amore“ (Zwiegespräche der Liebe) nenne. In loser Folge entstehen Duos, manchmal Soli, Trios, in denen das Begegnen musikalisches Thema ist. Fremdes trifft auf Vertrautes und macht das Vertraute fremd und ungekehrt, so im Fall der „Begegnung“ von alpenländischer Zither mit ihrer chinesischen Schwester, der Guzheng. Ein Dialog in Heftigkeit und Intimität. In Freundschaft gewidmet Xu Fengxia und Georg Glasl.
Nikolaus Brass

Samstag, 31. März 2012, 20.30 Uhr Black Box Gasteig
Sonntag, 1. April 2012, 19 Uhr, Bamberg, Grüner Saal der Harmonie


Zither am Berg

50 Jahre Deutscher Zithermusik-Bund
Konzerte - Klanginstallationen – Workshops - Ausstellung

27. bis 29.September 2013
Bad Aibling, Berbling, Maxlrain, Wendelstein
Zither am Berg – ja wo denn sonst? Das könnte so mancher Zeitgenosse denken, wenn er den Titel liest. Viele haben die Zither noch als Kind der Alpen im Hirn verankert, ein Bild des 19. Jahrhunderts, das seinerzeit das städtische Bedürfnis nach Idylle befriedigte. Dass die Zither aber nicht nur zu heilen Welten passt, sondern sich auch im schwierigen 21. Jahrhundert bewährt, wollen wir anlässlich unseres 50-jährigen Bestehens nachhaltig und zu unser aller Freude beweisen.
Idee und Konzept: Georg Glasl
Infos und Programm: www.zitherbund.de

Georg Glasl

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