Georg Glasl   Unterricht

 

Volksmusik im Diskurs

Sommersemester 2018
jeweils mittwochs 17.15-18.45 Uhr
Hochschule für Musik und Theater München, Arcisstr.12
Kaminzimmer Raum 105
Leitung der Reihe Volksmusik im Diskurs: Prof. Georg Glasl
Gesamtleitung der Reihe Musik im Diskurs: Prof. Dr. Bernd Redmann

Volksmusik im Diskurs 4
Mittwoch, 28. März 2018
Ssewa Ssewa / Prof. Dr.Christine Dettmann
Janzi - Ein neues traditionelles Instrument aus Uganda
Vorführung und Gespräch mit Instrumentenbauer Ssewakirlyanga Jr.
Als Multi-Instrumentalist und zugleich Visionär des afrikanisch-ugandischen Musikerbes kreierte Ssewa Ssewa (sprich: Soha Soha) ein neues Instrument, die Janzi. Dabei benutzte er das Modell einer in Uganda in vielen Ethnien benutzten Bogenharfe, vereinte jedoch die unterschiedlich gebräuchlichen Stimmungen auf der Janzi. Derzeit ist Ssewa Ssewa auf Tour in Europa und stellt das Instrument und die musikalischen Möglichkeiten desselben vor. Zu erleben ist ein Ausnahmekünstler, der seine Musik präsentiert und damit ins Gespräch kommt.
Prof. Dr. Christine Dettmann

Volksmusik im Diskurs 5
Mittwoch, 18. April 2018
Heimat – digital oder analog?
Diskussion mit BR-Volksmusikchef Stefan Frühbeis
Der Begriff Heimat erlebt derzeit eine unerwartete Renaissance. Das Angebot reicht vom Heimat-Sound-Festival bis zum Heimatministerium. Trotzdem hat der Heimatsender, der Bayerische Rundfunk, die Sendeplätze für Volksmusik im Programm Bayern 1 gegen den erbitterten Widerstand vieler Hörer gestrichen. Dafür bietet er mit BR Heimat ein 24-Stunden-Vollprogramm auf DAB+. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Volks- und Blasmusikwelle zum erfolgreichsten Digitalprogramm des BR entwickelt – auch, weil Klang und Anmutung von BR Heimat in Moderation und Liedgut eine Hörer-Bindung schaffen, die über das „übliche“ Maß hinausgeht. Wird der BR mit diesem Programmangebot, wie er selbst findet, dem hohen Stellenwert, den Volkslied und Volksmusik als Kulturgut in Bayern innehaben, noch deutlicher gerecht als in analogen Zeiten? Oder vielleicht doch nicht?
Eine Frage, die in „Volksmusik im Diskurs“ erörtert wird. Gast bei Prof. Georg Glasl ist Stefan Frühbeis, Leiter der Abteilung Volksmusik und Wellenchef BR Heimat.

Stefan Frühbeis
Jahrgang 1961, gebürtiger Münchner. Studium von Land (Bayer. Geschichte) und Leuten (Ethnologie, Volkskunde) an der LMU. Studienbegleitendes Journalismus-Stipendium beim „Institut zur Förderung Publizistischen Nachwuchses“ (ifp), München. Beim Bayerischen Rundfunk seit 1982: Regionalredaktion Oberbayern, Bergsteigerredaktion, Leiter der Abteilung Volksmusik, Wellenchef BR Heimat.

Volksmusik im Diskurs 6
Mittwoch, 6.Juni 2018
Andreas Koll
Strizzis, Lackl'n, Goaßlschnalzer
Bayernbilder und volkstümliche Unterhaltung
Nach der Gründung des Königreichs Bayern im Jahr 1806 war es den bayerischen Königen ein Anliegen, ein eigenes bayerisches Nationalgefühl zu schaffen. Dies bestärkte die Menschen, ihre Bräuche zu pflegen und begründete das Bewahren von Traditionen und das Tragen von Tracht. Daneben begannen Adelige und wohlhabende Städter die Alpenregionen und das Voralpenland zu bereisen. Dies wirkte vorbildhaft für alle anderen städtischen Bevölkerungsschichten. Die Sommerfrische wurde zum Massenereignis und das Land Bayern wurde zum Inbegriff für „Natürlichkeit“ und „Urwüchsigkeit“. Die Menschen am Land begannen ihre Gegenden dem gewaltigen Ansturm von Sommerfrischlern anzupassen und zu erschließen. Dazu schufen sie Unterhaltungsprogramme für die Fremden, indem sie ihre Bräuche ritualisierten. Bayern kam in Mode.
Derweil entwickelte sich München zur Großstadt. Tausende zogen vom Land in die Stadt. Diese machten sich besonders auf den Bühnen der volkstümlichen Vergnügungsstätten über die Landbevölkerung lustig, um sich von ihr abzugrenzen.
Der Vortrag geht den Fragen nach: Wie präsentieren sich die Bayern, wie werden sie von Fremden gesehen, welche Erwartungen, Vorurteile und Klischees werden so transportiert und wie spiegelt sich das in der volkstümlichen Unterhaltung?
Andreas Koll

Andreas Koll
Jahrgang 1956, Musiker und Magister für Volkskunde.
Der Akkordeon- und Tubaspieler schreibt Musik für literarisch-musikalische Projekte. Daneben ist er Herausgeber von CDs für den Trikont Verlag. Er kuratierte viele Ausstellungen, u.a. 2007 die Dauerausstellung „An jedem Eck a Gaudi, die Geschichte der Volkssänger in München“ im Valentin- Karlstadt Musäum München, oder 2008 die Ausstellung „Volkskünstlerinnen, Liesl Karlstadt, Erni Singerl, Bally Prell“ in der Münchner Literaturbibliothek Monacensia. Er betreut seit 2009 für das Münchner Stadtmuseum die Sammlungen im Valentin-Karlstadt-Musäum München.

Georg Glasl

Unterricht
Konzerte der Zitherklasse
Konzertreihe hellhörig
zither moves
Fortbildung
Volksmusik im Diskurs

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